FR: Autonomes Institut IVI – Haus-Verkauf schürt die Wut

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Autonomes Institut IVI
Haus-Verkauf schürt die Wut

Das Autonome Institut für vergleichende Irrelevanz (IVI) steht vor dem Aus: Das Haus Kettenhofweg 130 – mithin der Sitz des von Studierenden getragenen Instituts – wird von der Universität verkauft. Die Studierenden fühlen sich vom Uni-Präsidium hintergangen und beklagen mangelnde Kommunikation.

Zwischen den Stühlen: Nach einem Vergleich zwischen Unipräsidium und Studierenden sieht es am Kettenhofweg zurzeit nicht aus.  Foto: Kraus

Der AStA und die Mitarbeiter des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IVI) sind am Schäumen. Mit einem knappen Hinweis hat das Präsidium der Goethe-Universität in der Senatssitzung am Mittwoch verkündet, das Haus Kettenhofweg 130 – mithin der Sitz des von Studierenden getragenen Instituts – werde verkauft. Dabei sind die Studenten und ihre Vertretung nicht allein wegen der Tatsache empört, dass die Immobilie den Besitzer wechselt. Vielmehr sind sie „entsetzt“ angesichts des Kommunikationsverhaltens des Präsidiums.

„Schwierige Haushaltslage“

„Ein absoluter Skandal“ und „ein Affront gegenüber den Studierenden“, äußerte Florian Muhs, Referent für Studienbedingungen des AStA. Noch am Montag habe er während des „Jour fixe“ Präsident Werner Müller-Esterl explizit nach der Zukunft des seit 2003 besetzten Hauses gefragt – und keine Auskunft erhalten.

Für die Unileitung aber ist klar: Im Zuge der Neuordnung der Standorte würden Liegenschaften ehemaliger Institutsgebäude veräußert, die nach dem beschlossenen Abzug der Goethe-Universität vom Campus Bockenheim nicht mehr benötigt würden. „Angesichts der schwierigen Haushaltslage der Goethe-Universität kommen die dabei erzielten Erlöse der Verbesserung von Wissenschaft und Lehre zugute“, sagte Universitätspräsident Werner Müller-Esterl. Bei dem denkmalgeschützten Kramer-Bau soll es sich, so die Information von Muhs, um eine Million handeln.

Über den Investor schweigt das Präsidium bislang. In einer Stellungnahme heißt es lediglich, beim Käufer bestehe die Bereitschaft, den derzeitigen Nutzern Mietverträge anzubieten. Und weiter zum Vorwurf mangelnder Kommunikation: „Bei Gebäuden, die sich in Besitz der Universität befinden und die illegal besetzt sind, besteht aus unserer Sicht keine Verpflichtung, bei einem anstehenden Verkauf um Erlaubnis zu fragen.“ Die Nutzer würden in den nächsten Tagen über anstehende Veränderungen informiert.

Oliver Sonnenschein, Mitarbeiter des IVI, bezeichnete die Situation im Institut am Donnerstag als „angespannt“. Man habe gehofft, über Pläne zur Zukunft des Gebäudes als Erste informiert zu werden. Allerdings sei man vom Vorgehen der Unileitung „nicht wirklich überrascht“.

Wie es weitergehen soll, werde zur Zeit noch diskutiert. Allerdings kann man sich weder im Institut noch beim AStA vorstellen, dass Summen wie die im Westend üblichen Mietzinsen vom IVI zu stemmen sind. „Wir hoffen auf ein Einsehen von Universität und Stadt“, appellierte Sonnenschein für den Erhalt der Einrichtung. Die Resonanz bei Workshops und dem Kunstprogramm spreche für sich.

Ein wichtiger Punkt zudem für die Studierenden: Der Ort sei kein zufällig gewählter. „Die offene und demokratische Organisation des Projekts korrespondiert dabei mit der Idee der demokratischen Architektur Ferdinand Kramers“, die für Transparenz und den Abbau von Hierarchien stehe.

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